Führung
"Management ist die Fähigkeit, mit Ungewissheit auf eine Art und Weise umzugehen, die diese bearbeitbar macht, ohne das Ergebnis mit Gewissheit zu verwechseln." (Dirk Baecker)
Um es in meinen Worten auszudrücken: Wer andere führt, muss mit Unsicherheiten und Unwägbarkeiten umgehen und sich dessen stets bewusst sein. Voraussetzung dafür scheint mir zu sein, dass ich als Führungskraft zunächst einmal mir selbst bewusst bin: Wer bin ich, wer will ich sein, wofür will ich stehen, und warum sollte irgendjemand von mir geführt werden wollen?
Die englische Sprache bietet - im Gegensatz zur deutschen - eine sehr hilfreiche Unterscheidung zwischen Management und Leadership. Management ist nach meinem Verständnis die operative Art und Weise, wie ich Menschen führe, mich selbst und meine Mitarbeiter organisiere, so dass wir gemeinsam Ziele erreichen können - also quasi der Werkzeugkasten, den ich nutzen kann, um mich und andere zum Ziel zu führen. Leadership hingegen meint viel eher das, wofür ich als Führungskraft stehe, meine Philosophie als Führungskraft, das, was mir wichtig ist in der Zusammenarbeit mit anderen. Leadership geht auch ohne Management - in allen mir bekannten Organisationen gibt es informelle Führungskräfte, die zur Zielerreichung maßgeblich beitragen, auch wenn sie nicht notwendigerweise mit den entsprechenden Insignien und/oder Entscheidungskompetenzen ausgestattet sind. Aber geht Führung auch ohne Leadership? Ich glaube nicht. Nur wenn ich mir selbst darüber im Klaren bin, wofür ich stehe, was mir wichtig ist und wohin meine Reise geht, kann ich andere begeistern und mit meinem Enthusiasmus anstecken.
Die Antworten auf diese - zugegebenermaßen - etwas philosophischen Fragen sind so unterschiedlich wie die Personen, die sie sich stellen. Und das ist gut so. Denn Grundvoraussetzung für gutes Leadership ist, dass ich bei mir bleibe - also authentisch das umsetze, wofür ich stehe. Somit werde ich berechenbar - und aus Berechenbarkeit entsteht Vertrauen.